Hinter dem nächsten Baum wartet ein Monster!

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Monster, das im Wald lebt, menschliche Stimmen imitieren kann und alle 23 Jahre auch gerne mal jemanden als Snack vernascht. Was nicht nur gruselig, sondern auch absolut (entschuldigt bitte) dämlich klingt, wurde so auf einer Seite bei Instagram veröffentlicht, bei der es sich ihrem Namen zufolge um eine Faktenseite handelt.

Die Geschichte ist vielleicht wahr. Andererseits könnte sie auch Fantasie sein. Was vermuten Sie?

Hinweis: Der folgende Beitrag könnte für manche Personengruppen ungeeignet sein!

Über diese Bewertung

Sie glauben, diese Geschichte ist wahr? Falsch, sie ist frei erfunden.

Der Wendigo als Kulturmythos

Beim Wendigo handelt es sich um einen Mythos der Anishinabe-Kultur. Das ist ein Indianervolk im Norden Amerikas. Bei dem Wesen soll es sich um einen Geist handeln, der von Menschen Besitz ergreift und sie nicht nur wahnsinnig, sondern auch zu Kannibalen macht. Der Wendigo soll im Wald oder auf Friedhöfen leben und eine zombieähnliche Gestalt sowie ein Herz aus Eis haben. Dabei ist er 4,5 Meter groß und hat Füße, die mindestens einen Meter lang sind.

Am liebsten verfolgt er heimlich einsame Jäger und Wanderer in den Wäldern, bis die Nacht einbricht, um sie dann zu verspeisen. Er soll aber auch einzelne Menschen in den Wahnsinn treiben können und sie zu Kannibalen machen. Also dazu bringen, andere Menschen zu töten und anschließend zu essen. In manchen Legenden ist er sogar dazu fähig, jüngst verstorbene wieder zum Leben zu erwecken.

Wird man von einem Wendigo getötet, wird man meist selbst zu einem. Dieser Logik zufolge müsste die Erde aber schon von Wendigos überrannt worden sein, ähnlich wie bei The Walking Dead. Ach ne, ich vergaß: Er frisst ja nur alle 23 Jahre.

Der Ursprung des Wendigos ist auf die Mythologie der nordamerikanischen Indianer zurückzuführen. Seit Urzeiten werden Geschichten und Legenden über ihn überliefert. Wann immer ein Stammesmitglied nicht von einer Jagd zurückkehrte, wurde der Wendigo dafür verantwortlich gemacht. Die Angst vor ihm war so groß, dass die Indianer nur noch in kleinen Gruppen jagen gingen. Glaubten sie, ein Stammesmitglied sei von dem Wendigo befallen wurden, wurde dieser sofort umgebracht. Davon berichteten europäische Missionare zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Der Wendigo als Fernsehstar

Mittlerweile hat es der Wendigo in die ganze weite Welt geschafft. Also, zumindest in der Kunst. In Europa wurde er noch nicht gesichtet. 😉

Die Kreatur hat Auftritte in mehreren Spielfilmen, Romanen Computerspielen und Fernsehserien. Von World of Warcraft bis Supernatural ist alles dabei.

Bei Letzterem kann er nur durch Feuer getötet werden. Schuss- oder Stichwaffen jeglicher Art sind ihm gegenüber machtlos. Schützen kann man sich aber auch, indem man ein Anasazi-Symbol auf den Boden malt. Was genau das ist und wie genau das funktioniert können alle Supernatural-Fans ja gerne mal in die Kommentare schreiben.

Abschließen muss vielleicht, vor allem für jüngere Leser noch einmal gesagt werden: Bei dem Wendigo handelt es sich lediglich um eine Legende, deren wissenschaftliche Existenz nicht nachgewiesen und auszuschließen ist. Ihr könnt auch das nächste Mal ganz entspannt durch den Wald spazieren. Zumindest vor einer vier Meter großen Kreatur mit rot glühenden Augen und langen, gelben Reißzähnen braucht ihr keine Angst haben.

Dieser Beitrag erschien erstmalig am 27.05.2019 bei “IstDasFakt?!” .

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