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Alkohol ist dein Sanitäter in der Not

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Lesezeit: 3 Minuten

Alkohol
ist dein Sanitäter in der Not
Alkohol
ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot

– so heißt es in dem Songtext zu „Alkohol“ von Herbert Grönemeyer. Und auch beim Untergang der Titanic im Jahr 1912 soll Alkohol ein Rettungsboot gewesen sein. Zumindest für den Bäckermeister des Schiffes.

Doch stimmt das?

Über diese Bewertung

Wir haben alles im Griff, auf dem sinkenden Schiff

Charles Joughin – so hieß der Bäckermeister der Titanic, die am 10. April 1912 mit über 2.200 Personen an Bord auf Jungfernfahrt ging. Wie es ausging, dürfte bekannt sein.

Am 14. April stieß das Schiff gegen 23:40 Uhr mit einem Eisberg zusammen und sank innerhalb weniger Stunden.

Joughin befand sich zu diesem Zeitpunkt nach eigener Aussage in seiner Kabine und wurde durch den Zusammenstoß geweckt. Nachdem er und seine Crew Anweisungen gefolgt waren, die Rettungsboote mit Proviant auszustatten, half er Frauen und Kindern, in das Rettungsboot Nr. 10 zu gelangen, für das er verantwortlich war.

Eigentlich hätte Joughin laut Notfallplan auch in dieses Rettungsboot klettern sollen, bekam vom Offizier jedoch nicht den Befehl dazu, weshalb er an Bord der Titanic blieb. Eigenen Angaben zufolge ging er daraufhin zurück in seine Koje und trank einen Likör. Soweit stimmt der Fakt also.

Als Joughin nicht mehr wusste, was er als Nächstes tun sollte, sprang er ins Wasser. Nach eigenen Angaben verblieb er dort zwei Stunden, wobei er natürlich nicht auf die Uhr geschaut hat und jeder sicherlich aus eigener Erfahrung weiß, dass die gefühlte Zeit mal schneller und mal langsamer vorübergeht. Wie lange Joughin also wirklich im Wasser schwamm, kann nicht beurteilt werden.

Nach gefühlten zwei Stunden also, erreichte der Bäckermeister ein Rettungsboot, das allerdings überfüllt, war, sodass er nicht hineingelassen wurde. Ein Insasse hielt jedoch seine Hand, damit er zumindest etwas kraft sparen konnte.

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Nach einer weiteren Weile kam ein zweites Rettungsboot in Sicht, auf das Joughin zuschwamm und in dem er aufgenommen wurde.

Der Sanitäter in der Not

Laut eigenen Angaben hielt Charles Joughin die stundenlange Kälte aus, da er zuvor Alkohol getrunken hatte.

Und ihr kennt das vielleicht auch (gerade ist ja wieder Weihnachtsmarktzeit), dass der Glühwein – oder Alkohol generell – von innen heraus wärmt. Dieses Gefühl kommt dadurch zustande, dass sich durch Alkohol die Blutgefäße erweitern und die Wärmeregulation außer Kraft gesetzt wird. Das bedeutet, dass über die erweiterten Blutgefäße mehr wärme verloren wird, als üblicherweise, der Körper dies aber nicht mitbekommt. „Wir fühlen uns warm, kühlen aber gleichzeitig langsam innerlich aus. Erfrierungen bis hin zum Kältetod können daher die Folge winterlichen Alkoholtrinkens sein“, so der Mediziner Dr. Carsten Lekutat.

Im Normalfall haben wir eine Körpertemperatur von 37 °C. Schon zwei Grad mehr oder weniger wirken sich negativ auf den Körper aus. Ab 35 °C ist der Körper unterkühlt und ab 32 °C lassen die Kräfte nach und der Körper wird taub.

Wie es Charles Joughin tatsächlich so lange im Wasser ausgehalten hat, ist nicht bekannt. Am Alkohol wird es jedoch nicht gelegen haben. Dieser hat eher gegen Joughins Überleben gearbeitet. Und auch ob der Bäckermeister wirklich zwei Stunden im Wasser war, kann nicht belegt werden.

Dieser Beitrag erschien erstmalig am 10.12.2019 bei IstDasFakt?!.

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Quellen:

wikipedia.org (EN), wikipedia.org, wikipedia.org, wikipedia.org, titanicinquiry.org (EN), titanicinquiry.org (EN), faz.net, stern.de, lifeline.de, welt.de, focus.de

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Finn Härtel

Hi, ich bin Finn. Aktuell studiere ich in Halle (Saale) Politikwissenschaften und Geschichte. In meiner Freizeit kümmere ich mich darum, dass hier bei IstDasFakt?! - der Faktenchecker alles so läuft, wie es soll. Außerdem bin ich Autor für den Podcast.

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