Benoît Lecomte: 9000 Kilometer durch den Pazifik – aus Protest

Lesezeit: 3 Minuten

Von Japan bis nach Kalifornien (USA) sind es rund 9.000 Kilometer. Mit dem Flugzeug kein Problem, auch nicht mit einem Schiff. Aber schwimmend? Einmal quer durch den Pazifik – so soll es ein 51-jähriger Sportler gemacht haben. Von Japan bis nach Kalifornien in 180 Tagen. Doch kann das sein?

Über diese Bewertung

Benoît Lecomte wurde 1967 in Frankreich geboren und ist ein Extremsportler. Bereits 1998 wurde er dadurch bekannt, dass er als erster Mensch ohne die Hilfe eines Schwimmbretts den Atlantik durchquerte. Damals brauchte er 73 Tage und wollte für den Kampf gegen Krebs werben, denn daran war sein Vater gestorben.

The longest Swim

20 Jahre später hatte er ein neues Ziel: Den Pazifik überqueren. Schwimmend.

Geplant war es, in 180 Tagen 8851 Kilometer von Tokio (Japan) bis nach San Francisco (USA) zu schwimmen. Begleitet wurde Lecomte dabei von einer sechsköpfigen Crew auf einem Segelschiff, auf welchem er auch aß und schlief. 48 Kilometer am Tag waren angesetzt, die er in 8 Stunden bewältigen sollte.

Mit “The longest swim” wollte der 51-Jährige auf die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik aufmerksam machen. Denn als er noch ein Kind war, konnte er unbeschwert an Stränden spazieren gehen. “Wenn ich jetzt mit meinen Kindern dort bin, sehen wir Plastik – überall”, so Lecomte.

Um sicher an sein Ziel zu kommen, war Lecomte voll und ganz mit Hightech ausgestattet. Über Kopfhörer war er ständig mit der Crew an Board des Begleitbootes verbunden, er trug ein wasserdichtes Herzfrequenzmessgerät, einen Detektor für Radioaktivität sowie ein Armband, das mit Hilfe elektromagnetischer Felder Haie auf Distanz halten sollte.

Damit er die Reise auch körperlich schaffte, nahm er alle halbe Stunde Flüssignahrung zu sich. Doch trotz der ganzen Vorbereitungen konnte er sein Ziel nicht ganz erreichen.

Unvorhergesehene Planänderung

Denn wogegen man sich auf offener See kaum schützen kann, ist das Wetter.

Im November 2018, nach ungefähr 160 Tagen auf Wasser, viel die Entscheidung, nicht bis nach Kalifornien zu schwimmen. Mehrere Stürme verursachten verschiedene Schäden am Schiff und das Segel riss mehrmals. Also entschied sich Lecomte dazu, die Reise abzubrechen und statt Kalifornien Hawaii anzusteuern, um die Crew nicht unnötig zu gefährden.

An Tag 191 schreibt Lecomte in sein Logbuch:

Heute Morgen habe ich meine Schwimmausrüstung zum letzten Mal angezogen. Ich kann schon das Ufer sehen, Gebäude und den Strand, an dem ich ankommen werde. […] Wir sind etwa anderthalb Kilometer vom Land entfernt und das Wasser ist so klar, dass man den Grund sehen kann. […] Die Wellen tragen mich in Richtung Strand. An meinen Händen spüre ich den Sand. […] Das ist das erste Mal, dass ich wieder Land betrete.

[Day 191] The Last day of The Swim”, Benoît Lecomte (Frei übersetzt durch IstDasFakt?!)

Zwar hat Lecomte sein Ziel nicht ganz erreicht, den Kampf gegen Plastik möchte er jedoch weiter führen: “Die Mission wird nie aufhören. Es wird weitergehen, sodass wir die Menschen dazu bringen können, ihre Gewohnheiten zu ändern.”

Neue Ziele

Nicht mal ein halbes Jahr später, macht sich Lecomte auch schon wieder auf eine neue Reise im Kampf gegen Plastik. Das Projekt: “The Vortex Swim”.

In wenigen Tagen wird sich Benoît Lecomte wieder auf den Weg machen. Dieses Mal möchte er in 100 Tagen 300 Seemeilen durch den Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii schwimmen und dabei Proben für die Wissenschaft nehmen. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

Dieser Beitrag erschien erstmalig am 30.05.2019 bei “IstDasFak?!” .

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