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Senkt ein generelles Tempolimit den CO2-Ausstoß und die Zahl der Unfallopfer?

IstDasFakt?! - der Podcast
Lesezeit: 2 Minuten

Deutschland ist die einzige Industrienation ohne ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Lediglich auf Haiti, dem Inselstaat Domenica und der britischen Isle of Man ist ebenfalls kein generelles Limit festgelegt. Allerdings existieren hier auch keine Autobahnen, die mit unseren vergleichbar wären.

Aktuell wird bei uns heiß diskutiert, ob auch Deutschland ein generelles Tempolimit einführen sollte. Das würde neben einem geringeren CO2-Ausstoß auch die Zahl der Unfallopfer senken. So die Behauptung.

Aber stimmt das auch?

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast:

Ein Tempolimit senkt die Zahl der Todesopfer durch Unfälle!

Wie sieht es denn bei unseren europäischen Nachbarn aus?

In Frankreich, Österreich, Italien und Tschechien ist beispielsweise ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen vorgeschrieben. In Belgien und der Schweiz 120 km/h und in Polen 140.

Für die Jahre 2011 bis 2013 hat der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) ausgewertet, wie viele Menschen auf europäischen Autobahnen pro einer Milliarde Fahrzeugkilometer in Folge eines Unfalls sterben. Das Ergebnis: In Polen und Litauen ist es mehr als doppelt so wahrscheinlich auf der Autobahn tödlich zu verunglücken, wie bei uns in Deutschland. Wir landen mit unserer Verkehrssicherheit im Mittelfeld. Allerdings sterben bei uns mehr Menschen pro Verkehrskilometer als beispielsweise in Österreich oder der Schweiz.

Um die Auswirkungen eines Tempolimits allerdings aussagekräftig feststellen zu können, hilft nur der Blick auf die deutschen Straßen, genauer gesagt nach Brandenburg. Dort gilt auf einem 65 km langen Autobahnabschnitt seit 2002 Tempo 130. Eine Studie machte den vorher-nachher Vergleich. Das Ergebnis: Seit der Einführung des Tempolimits gab es nur noch halb so viele Unfälle. Die Zahl der Toten und Verletzten sank noch deutlicher.

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Da im selben Zeitraum allerdings auch bundesweit die Unfallzahlen aufgrund besser werdender Technik zurückging, muss man diese Zahlen im Verhältnis sehen. Es lässt sich jedoch sagen, dass davon ausgegangen werden kann, dass bei einem generellen Tempolimit von 130 km/h deutschlandweit rund 70 Menschen weniger pro Jahr ums Leben kommen könnten. Die genauen Auswirkungen müsste die Praxis zeigen.

Ein Tempolimit verringert den CO2-Ausstoß!

Und wie sieht es mit dem CO2-Ausstoß aus?

Bei einem generellen Tempolimit von 120 km/h auf den deutschen Autobahnen würden der Deutschen Umwelthilfe zufolge um die drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das sind allerdings gerade einmal drei Prozent des CO2 Ausstoßes im Verkehr von 2016. Bei einem Tempolimit von 130 km/h ist dieser Anteil entsprechend geringer.

Dieser Beitrag erschien erstmalig am 19.01.2020 bei „IstDasFakt?! – der Podcast“ .

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Änderungen durch die Redaktion:
In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, aus einer Studie aus Brandenburg würde sich schließen lassen, dass bei einem Tempolimit von 130 km/h bundesweit rund 70 Menschen weniger pro Jahr ums Leben kommen würden. Dies ist allerdings lediglich eine Hypothese. Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen bestätigen diese Ergebnisse zwar, eine Schlussfolgerung auf das komplette Bundesgebiet ist jedoch schwierig. Der Text wurde dementsprechend angepasst.
Vielen Dank an die aufmerksamen LeserInnen. (Letzte Änderung: 18.02.2020)
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Quellen:
zeit.de, rp-online.de, schwaebische.de, tagesschau.de, adac.de

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Wissen für zwischendurch.

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